22 Oktober, 2017

Die Sache mit dem Glücklich sein

Glücklich sein war irgendwie immer die Sache, die ich mir stets gewünscht hab. Ich hatte nie große Erwartungen, wusste nie, was meine Pläne für die Zukunft sind - ich wollte immer nur glücklich sein, bei dem, was ich tue. Im Reinen mit mir selbst.

Anfang des Jahres war ich noch an dem Punkt, an dem ich am liebsten einfach alles hinschmeißen wollte. Koffer packen, Kontaktabbrüche und einfach ganz ganz weit weg, wo mein Unglück mich nicht mehr verfolgen würde.

Aber das ist das Problem an der ganzen Sache: du kannst nicht vor dir selbst weglaufen. Deine Baustellen nimmst du mit. Selbst wenn ich mein Leben hätte pausieren können (was an dem Zeitpunkt absolut nicht realistisch gewesen ist und nur eine Traumvorstellung war, in die ich mich geflüchtet habe), wäre es mir woanders genauso ergangen.

Die letzten Monate hat sich aber viel getan, ich habe viel über mich selbst gelernt und das sind erst einmal 5 Punkte, die ich mir mittlerweile verinnerlicht habe, um „glücklicher zu sein“ bzw. zu werden - vielleicht bringt das den ein oder anderen ebenfalls zum Umdenken.

1. Mach dich nicht abhängig  
In der Vergangenheit habe ich schnell dazu geneigt, eine ungesunde „Abhängigkeit“ zu den Menschen in meinem Umfeld zu entwickeln. Besonders in einer Beziehung, aber ebenso bei Freundschaften, ist es unglaublich wichtig sich Folgendes vor Augen zu halten: Menschen kommen, Menschen gehen. Man darf sein Leben nicht von anderen Personen abhängig machen. Wenn du schon nicht damit klar kommst, dass gewisse Personen phasenweise keine Zeit für dich finden - einfach weil nun mal jeder mal beschäftigt ist - läuft schon etwas gewaltig falsch. Die meisten Menschen sollten nur ein "Bonus" sein, der Rest muss von einem selbst kommen. Man muss auch einfach alleine klar kommen können (und die Zeit mit sich selbst genießen können!) und damit kommen wir zum nächsten Punkt:

2. Finde Beschäftigungen, die du alleine für dich machst 
Völlig egal was. Lesen, fotografieren, Sport, zeichnen, Musik hören, an eigenen Projekten arbeiten, oder auch ab und an bloß Netflix.. einfach Zeit für sich selbst einräumen und vor allen Dingen für die eigene Leidenschaft.
Vor allem das habe ich die letzten Jahre unglaublich vernachlässigt, weil ich so sehr auf andere fixiert gewesen bin und das hat mich sehr unglücklich gemacht. Wenn niemand Zeit für mich hatte, saß ich oft nur vor meinem Handy und habe gewartet, dass jemand sich meldet. Weil ich’s mit mir selbst einfach nicht ausgehalten habe.
Das ist nicht nur dämlich, sondern auch Verschwendung von Zeit!

3. Konkrete Ziele setzen  
Das ist ganz einfach. Wenn man seine Ziele nicht klar formuliert, hat man auch keine Anhaltspunkte.
Ich habe beispielsweise gesagt: hey, ich will endlich tatsächlich mehr Sport treiben. Ich werde jetzt 3 mal die Woche ins Studio gehen. Und wenn ich dieses kleine Ziel, 3 mal die Woche einfach hinzugehen, erreicht habe, hatte ich jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis. Als sich das dann gefestigt hatte, konnte ich mir die nächsten Ziele setzen - Fett verlieren, Muskelaufbau...
So geht es eben: Stück für Stück seine Ziele erreichen. Sei es bei Sport, Weiterbildung, Beruf, oder bei seinen persönlichen Beziehungen.
Das pusht das Selbstbewusstsein, beschäftigt und macht glücklich. Denn man muss wissen, was einen erfüllt, um diese Zufriedenheit überhaupt anstreben und dementsprechend erreichen zu können.



4. Sich für schlechte Phasen nicht fertig machen
Jeder kennt das. Das ganze Universum scheint gegen dich zu sein, nichts klappt, wie du es dir vorstellst. Das sind für mich persönlich die wichtigsten Erfahrungen, die ich machen musste, um einiges über mich selbst zu lernen.
Denn hier kommt es darauf an, wie du damit umgehst. Lässt du den Kopf hängen, versinkst im Selbstmitleid? Oder willst du der Welt zeigen, dass du dich nicht unterkriegen lässt?

Mein Weg, den ich da für mich gefunden habe, ist: schlechte Phase zu zulassen. Sie akzeptieren. Wenn es mir schlecht geht, geht es mir eben schlecht - ich versuche nichts mehr zu verdrängen oder krampfhaft etwas verändern zu wollen, was einfach nicht in meiner Macht liegt. Somit mache ich mir keinen Druck mehr, dass ich durchgehend funktionieren muss.
Dadurch fällt es mir sehr viel leichter die Situation hinzunehmen, zu akzeptieren und anschließend weiter zu machen. Da reicht meist eine kurze Auszeit (sei es auch nur ein Samstagabend, den ich dann gewollt alleine zuhause verbringe) und schon kann ich wieder wie gewohnt weitermachen ohne ins „Overanalyzing“ zu fallen.

Denn es ist nicht schlimm, wenn man einfach mal nicht funktionieren kann. Das ist menschlich. Da darf man sich auch nicht mit den ganzen perfekten Frauen und Männern auf Social-Media Kanälen vergleichen, die scheinbar das ultimative Traumleben führen - auch die haben ihre Probleme; sie tragen diese einfach nur nicht nach außen, da das Aufrechterhalten der Maske zum Teil ihre JOBS sind.
"don't compare your behind the scenes to someone else's highlight reel"

5. Selektiere, was du aufnimmst 
Ich beschäftige mich schlichtweg nicht mehr mit Themen, die negative Gedanken in mir auslösen. Menschen, die mir nicht gut tun, streiche ich konsequent aus meinem Leben. Denn alles was einmal in den "Kopf" reingeht, löst dort etwas aus. Wenn mir das nicht gut tut - weg damit. Einfach mal sich selbst als oberste Priorität ansehen!

Das sind so die Punkte, die ich mir persönlich versuche immer vor Augen zu halten. Denn ich musste hart daran arbeiten zufriedener und selbstbewusster zu werden und bin auch noch lange nicht da, wo ich hin will. Aber wenn der Post hier auch nur in einer einzigen Person etwas gutes auslöst, ist das schon genug.

<3 Monika


1 Kommentar:

  1. Wow dieser Text enthält so viele Wahrheiten, über die sich jeder im Klaren seien sollte. Niemand ist perfekt, jedoch geht das in unserer Gesellschaft durch wie du schon erwähnt hast die sozialen Medien verloren. In der echten Welt hat wahrscheinlich jeder Mensch Probleme, trägt diese aber wirklich nicht nach außen, um nicht schwach zu wirken. Eigentlich sollten wir auch zu unseren Schwächen stehen können, ohne uns für sie zu schämen. Ich finde es schön, dass sich meine Einstellung relativ mit deiner deckt. Zudem bin ich gerade mit allem auch etwas überfordert und bin froh, wenn ich Zeit mit meinen Freunden oder mir selbst verbringen kann. Ich finde auch, dass das Leben durch so viele schöne Sachen lebenswert wird, weshalb man definitiv etwas finden sollte, was einem Spaß macht, um auch ohne andere Menschen glücklich sein zu können. LG http://meingedankenspielblog.blogspot.de/

    AntwortenLöschen

Ich freu mich über jeden lieben Kommentar <3